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Wohin steuert die betriebliche Altersvorsorge?

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Die betriebliche Altersvorsorge

Die betriebliche Altersversorgung sind finanzielle Leistungen, die ein Arbeitgeber einem Arbeitnehmer auf Grund seines Arbeitsverhältnisses  zur Altersversorgung zusagt. Oftmals hapert es aus Sicht der Erwerbstätigen am mangelnden Interesse der Arbeitgeber. Eine Studie des Marktforschungsunternehmens Nordlight Research kommt zu dem Ergebnis, dass das Betriebsrentenstärkungsgesetz (BRSG) die Erwartungen bislang nicht erfüllt hat. Mit dem im Jahre 2018 in Kraft getretenen BRSG sollte der Trend bei der betrieblichen Altersvorsorge aufwärts gehen. Doch laut einer Studie der Nordlight Research mit 1000 erwerbstätigen Befragten ist dies leider nicht der Fall.

Drei Viertel der Erwerbstätigen kennen das Betriebsrentenverstärkungsgesetz überhaupt gar nicht und die Mehrheit der Befragten ist vom Angebot zur betrieblichen Altersvorsorge ihrer Arbeitgeber eher nicht begeistert. Auch der 2019 eingeführte Arbeitgeberzuschuss von mindestens 15% für Neuverträge konnte daran wenig ändern. Da nur etwa jeder zweite Arbeitnehmer eine betriebliche Altersvorsorge(BAV) abgeschlossen hat, kann man davon ausgehen, dass die Arbeitgeber von kleinen und mittelständischen Betrieben, welche den Großteil der Beschäftigungsverhältnisse ausmachen, ihre Arbeitnehmer nur unzureichend oder gar nicht zum Abschluss motivieren und sich eher passiv verhalten. Eine große Rolle spielt auch die Höhe des Eigenanteils und die Frage der Rentabilität.

Dennoch sind drei Viertel der tatsächlichen Abschlüsse einer BAV vom Arbeitgeber ins Leben gerufen und nicht vom Arbeitnehmer. Wichtig für die Entscheidung eines Abschlusses ist immer noch der Arbeitgeberanteil. Aktuell sind ca. ein Drittel der abgeschlossenen Verträge zu 100 Prozent arbeitgeberfinanziert und zwei Drittel über Entgeltumwandlung, wo der Arbeitgeber nur einen Teil trägt.

Mehr Aktivität vom Chef

Um die bAV zu stärken, sind die Arbeitgeber gefragt sagt der Geschäftsführer der Nordlight Research. Um die politischen Ziele des BRSG zu erreichen , bräuchten kleine und mittlere Arbeitgeber mehr fachliche Unterstützung, Vermittlungsanreize und eine Minimierung des Verwaltungsaufwandes, denn die steuerlichen Vorteile für Arbeitgeber sollten nicht unerwähnt bleiben. Es wäre wünschenswert, dem Produkt eine höhere Bedeutung beizumessen.

Anstieg der Beiträge erschweren den Wechsel GKV und oder PKV

Auch 2020 steigen die Beitragsbemessungsgrenzen in der Sozialversicherung durch das wachsende Lohnniveau. Besonders die Erhöhung in der Krankenversicherung, schlägt sich natürlich auf die Altersvorsorge nieder. Dem Entwurf der Sozialversicherungs-Rechengrößenverordnung hat das Bundeskabinett zugestimmt, die Zustimmung des Bundesrates folgt zwangsläufig, da die Änderung festen Vorgaben zur Entwicklung der Löhne und Gehälter folgt. Die Löhne stiegen 2018 um 3,06Prozent im Westen und um 3,38 Prozent in den neuen Bundesländern. Nach der Verordnung steigt das vorläufige Durchschnittsentgelt  2020 bruttoum 70 Euro auf dann 3.185 Euro pro Monat (West); in den neuen Bundesländern um 140 Euro auf 3.010 Euro. Basis ist ein vorläufiges bundeseinheitlich jährliches Durchschnittsentgelt für Arbeitnehmer von 3.379,25 Euro brutto (Vorjahr: 3.241,75 Euro).

Rentenversicherung verteuert sich

Die Folge ist, dass in der gesetzlichen Rentenversicherung die Belastung für Besserverdienende um 200 € auf 6900 Bruttoarbeitslohn im Westen und um 300 € auf 6450 € steigt. Über diese Grenze hinausgehende Einkünfte bleiben beitragsfrei und der Beitragssatz von 18,6 Prozent bleibt stabil. Durch den Anstieg werden dementsprechend höhere Rentenansprüche erwirtschaftet. Die gleiche Beitragsbemessungsgrenze gilt auch für die Arbeitslosenversicherung.

Wird die Krankenversicherung durch den Zusatzbeitrag teurer?

Die Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Kranken und Pflegeversicherung gilt bundesweit. Die Belastung (Arbeitnehmeranteil) steigt für Besserverdiener um 150 € auf 4.687,50 Euro Bruttomonatseinkommen. Hinzu kommt ein Zusatzbeitrag in der Krankenversicherung, der vom Arbeitgeber zur Hälfte übernommen wird. Er steigt 2020 von 0,9auf 1.1 Prozent. Der Wechsel in die private Krankenversicherung kommt für Arbeitnehmer in Frage, deren Einkommen über 5212,50 € monatlich brutto liegt.Die Nachweispflicht liegt bei einem Jahr.

Mehr Entgeltumwandlung wird gefördert

Wenn die Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Rentenversicherung steigt, erhöht sich die Chance für Arbeitnehmer, auf mehr Entgeltumwandlung ihres Gehaltes in Betriebsrente, weil die staatliche Förderung bis zu einer bestimmten Höhe  Einkommenssteuer und Sozialversicherungsfrei ist. SV-Beitrag: Maximal sind Einzahlungen in Höhe von vier Prozent der BBG von SV-Beiträgen befreit. Das entspricht 2020 dann 276 Euro pro Monat (2019: 268 Euro). Die Entgeltumwandlung kann damit dynamisiert werden – im Gegensatz zur Riester-Rente. Lohnsteuer: Hier sind Einzahlungen in eine Entgeltumwandlung bis zu acht Prozent der BBG steuerfrei. Das entspricht 2020 dann 552 Euro pro Monat (2019: 536 Euro).

Freigrenze für kleine Betriebsrenten

Bis maximal ein Zwanzigstel der Bezugsgröße West( 3185€) sind frei von SV Abgaben.Ab 2020 muss man also auf Betriebsrenten bis 159,25 € keinen Sozialversicherungsbeitrag zahlen. Ist die bAV Leistung jedoch nur einen Cent über der Grenze, muss auf die gesamte Betriebsrente der SV Beitrag geleistet werden, was Anlass zu Diskussionen gibt, ob man die Freigrenze nicht in einen Freibetrag umwandeln sollte.

Sie sind Unternehmer, Personaler oder Angestellter und haben Fragen zum BRSG oder zu dem Thema betrieblichen Altersvorsorge? Das Hageter Pension Team ist gerne für Sie da.

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